Veröffentlicht am 06.01.2026

Bunkerbesichtigungen in Gosen

Am 23., 24. und 25. Januar 2026 steht der Bunker im Rahmen von Führungen zur Geschichte der Ausweichsführungsstelle offen.

1990 wurde der Bunker für die Führung der DDR-Auslandsspionage HV A "abgeschaltet", ab 2023 erstmals bis dahin unbekannte Akten aus dem Bundersarchiv (vormals Bestand des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen) zur Geschichte dieses geheimen Ortes ausgewertet, zuletzt im Januar 2026. Somit liegen nun auch Hintergrundinformationen zu einer bisher unbekannten Seite der Ausweichführungsstelle vor. Sie geben Einblick in ein Kapitel DDR-Geschichte, das (auch) geprägt ist von Einlagen nörgelnder Anwohner, Zwangsverkäufen von Grundstücken am Seddinsee, spleenigen Stasi-Wünschen nach Luxus im Bunkerumfeld, eingebettet in ein mannigfaltiges Geheimdienstrepertoire aus Tricksen, Täuschen und Tarnen. Ein übergelaufener HV A-Mitarbeiter hat in all dem seine Spuren hinterlassen wie auch der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke. Die wohl skurrilste Einlage liefert eine West-Berliner Aktiengesellschaft, die ungewollt in die staatsgeheimen Bunkerbaupläne gerät, Insolvenz anmeldet, wiederbelebt wird, schließlich mit neokapitalistischem Erfindungsreichtum Gebiete der ehemaligen DDR zurückerobert. Anmeldungen zur Veranstaltung sind ab sofort möglich.

Der Bunker in Gosen wurde von 1981 bis 1984 als geschützte Ausweichführungsstelle für die Spitze der DDR-Auslandsspionage "Hauptverwaltung Aufklärung" (HV A) um ihren damaligen Chef Markus Wolf gebaut und bis Januar 1990 betrieben, dann im Zuge der HV A-Auflösung geräumt.

2019 öffnete hier die Dokumentationsstätte und erklärt die Geschichte der DDR-Auslandsspionage "Hauptverwaltung A" und ihrer geschützten Ausweichführungsstelle.

Anmeldemöglichkeiten gibt es im Internet hier:

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